Gestern konnte der WTI-Ölpreis die 75 USD-Marke nicht überwinden, erreichte jedoch ein 10-Monatshoch. Dazu beigetragen die Nachricht, dass die Nachfrage aus China im Juli mit 8,15 Mio. Barrel pro Tag wiederum angestiegen ist. Die Analysten der Commerzbank rechnen mit einer Preiskorrektur. Dabei könnten die heutigen API-Lagerbestandsdaten eine Rolle spielen.
Der US-Gaspreis ist dieses Jahr um mehr als die Hälfte gefallen. Zu hohen Lagerbeständen und schwacher Nachfrage kamen noch die Aktivitäten der Hedge Fonds im Hinblick auf den US Natural Gas Fund (UNG). Dieser Fonds kontrolliert schätzungsweise 16% aller ausstehenden Erdgas-Kontrakte an der NYMEX und zieht die Leerverkäufer an. Momentan wird dieser Fonds mit einem Aufschlag von fast 15% zu seinem inneren Wert gehandelt. Da der Fonds nur in Gas-Futures investiert, ist dies völlig irrational, weil der Anleger die gleichen Futures ohne Aufschlag erwerben kann. Der Aufschlag hat sich dadurch ergeben, dass der Fonds seit einiger Zeit im Hinblick auf die kommenden regulatorischen Veränderungen durch die CFTC keine weiteren Anteile mehr emittiert. Aber es gilt als ausgemacht, dass der UNG zu Zwangsverkäufen gezwungen wird, wenn die CFTC Positionslimitierungen beschliesst. Daher setzen die Großspekulanten massiv auf fallende Preise, wobei sie derzeit mit den Netto-Short Positionen stark negativ positioniert sind. Dies könnte im Herbst zu großen Schwankungen beitragen und einen starken Preisanstieg bewirken. Der US-Gaspreis dürfte vorläufig unter Druck bleiben.