WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

18:17 | 14.07.2009
Zukunft der Wadan-Werften weiter unsicher

Wismar (ddp-nrd). Trotz in Aussicht gestellten Massekredits für
die insolventen Wadan-Werften ist die Weiterbeschäftigung der
Schiffbauer über den Sommer hinaus unsicher. Die Zahlung der 190
Millionen Euro Sicherheit von Bund und Bankenkonsortium ist nach
Angaben des Insolvenzverwalters Marc Odebrecht nur gewährleistet,
wenn die schwedische Fährreederei Stena Line die beiden in Auftrag
gegebenen Schiffe für den vereinbarten Preis von 400 Millionen Euro
zahlt. Zum Stand der Verhandlungen mit Stena wolle man sich nicht
öffentlich äußern, sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters am
Dienstag in Hamburg. Laut Medienberichten will Stena diesen Preis
drücken.

Auf einer Belegschaftsversammlung in Warnemünde seien die
Wadan-Beschäftigten inzwischen informiert worden, wie es nach
Auslaufen des Insolvenzgeldes im August weitergehe, sagte Lars
Rosumek, Sprecher des Insolvenzverwalters. Demnach bleibt den meisten
der rund 2400 Werftleuten als Alternative zur Arbeitslosigkeit nur
der Übergang in eine Transfergesellschaft. Dieser böte ihnen etwa
eine fünfmonatige Arbeitsplatzsicherheit.

Aus dieser Ankündigung aber zu schließen, dass auf der Werft
Schluss sei, wäre zu dramatisch, sagte Rosumek. Die Situation sei
seit Anfang Juni «äußerst unsicher», daran habe sich nichts geändert.
«Wir sind immer noch in sehr, sehr schwierigen Verhandlungen», sagte
Rosumek. Wegen der unsicheren Perspektive des Unternehmens hätten
inzwischen einige Mitarbeiter des Managements die Werft verlassen,
bestätigte der Sprecher weiter. Dieser Verlust wiege schwer, da es
sich um hoch qualifiziertes Personal handele.

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) räumte ebenfalls eine
verschärfte Lage ein. Die Verhandlungen mit Stena gestalteten sich
offenbar schwierig, sagte er. Bei den Gesprächen gehe es darum, dass
der Auftraggeber sich nicht offenhalten dürfe, im Fall der Insolvenz
aus dem Kaufvertrag auszusteigen. Der Regierungschef unterstrich,
dass die Arbeit an den Fähren weitergehen müsse, um die Beschäftigung
zu sichern. Sellering teilte zugleich mit, dass aufgrund der
Situation jetzt Vorkehrungen für eine Beschäftigungsgesellschaft
getroffen würden.

Auch Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) sieht Stena in der
Verantwortung. «Man kann nur finanzieren, wenn am Ende der
Veranstaltung die Fähren auch verkauft werden. Da macht ja sonst der
Bund auch nicht mit», sagte der Ressortchef.

(ddp)


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