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11:40 | 17.07.2010
Die Rohstoff-Woche – Kalenderwoche 29/2010: Europa gehen High-Tech-Materialien aus

Gute Nachricht für Goldanleger. Eines der größten Unternehmen der Branche verzeichnete in dieser Woche ein neues All-Time-High des Aktienkurses. Gerade während der letzten 5 Jahre wurden viele Gold-Majors dafür kritisiert, dass sie nicht die erwünschte Performance erreichen würden, die ihnen der Goldpreis vorgäbe. So auch Newmont Mining, das seit 2006 nicht mehr an die alten Kursstände herankam, obwohl sich der Goldpreis seitdem mehr als verdoppelte. Kosten für Infrastruktur, Arbeitskräfte und für Energie stiegen während dieser Zeit ebenso stark, was die Gewinne der Großen arg schmälerte. Der letzte Anstieg des gelben Metalls aus dem Bereich um 950 USD bis auf 1.200 USD hatte jedoch endlich den gewünschten Effekt auf den Aktienkurs und brachte diesen über die Marke von 60 USD auf ein neues All-Time-High. Möglicherweise kann dies bereits als ein erstes Zeichen für den Glauben vieler Anleger an eine weitere Explosion des Goldpreises in den nächsten Monaten und Jahren gedeutet werden. Da will man natürlich rechtzeitig in Produzenten investiert sein, um nicht tatenlos zusehen zu müssen, wie Gold zwar steigt, man selbst aber nichts davon hat. Auch einige andere Majors sind auf dem Weg zu ähnlichen Kursniveaus. Goldene Zeiten für die Goldanleger stehen bevor.

Das Öl-Leck im Golf von Mexiko scheint einstweilen gestopft zu sein, da geht die Europäische Union in die Offensive. Man denke ernsthaft über eine Überprüfung aller aktuellen Bohrungen in der Nordsee in Tiefen von mehr als 100 Metern nach, so EU-Energiekommissar Günther Oettinger in dieser Woche. Als Grund dafür wird die Tauchgrenze für Menschen genannt, die im Katastrophenfall wesentlich flexibler reagieren können als beispielsweise die Tauchroboter im Fall BP. Die Genehmigung und Kontrolle von Ölbohrungen und der Ölförderung obliegt in der EU den einzelnen Mitgliedsstaaten, sodass die Europäische Union selbst lediglich Empfehlungen aussprechen kann. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass die größten Ölfördernationen Europas, allen voran Norwegen, das Vereinigte Königreich und die Niederlande gesteigertes Interesse an der Beschneidung ihrer größten Steuerzahler BP, Shell und Statoil haben dürften. In norwegischen Gewässern gilt zwar aktuell ein so genanntes Moratorium, jedoch nur für eine kurze, begrenzte Zeit. Ein Verbot weiterer Bohrungen oder gar von bestehenden Förder-Projekten macht angesichts der ohnehin schon akuten Rohöl-Abhängigkeit der EU keinen Sinn.

Apropos EU: diese veröffentlichte im Juni 2010 eine Studie zur Knappheit und zukünftiger Notwendigkeit der Sicherung strategischer Metalle für ihre Mitgliedsstaaten. Die Studie untersuchte unter anderem die Beziehung ihrer ökonomischen Bedeutung zum Risiko eines knappen Angebots. Dabei wurde festgestellt, dass 14 dieser 41 Materialien besonders gefährdet sind. Gefährdet bedeutet in diesem Zusammenhang, dass diese Materialien zum einen eine hohe ökonomische Bedeutung für die europäische Wirtschaft besitzen und zu anderen damit zu rechnen ist, dass diese – aus den verschiedensten Gründen – in Zukunft knapp werden und die europäische Wirtschaft somit schwächen können.

Zu diesen Materialien zählen unter anderem auch alle Metalle der Platin-Gruppe, also Platin, Palladium, Iridium, Rhodium, Ruthenium und Osmium, desweiteren Kobalt, Wolfram und Magnesium. Bei den restlichen Materialien handelt es zum einen um die Gruppe der Seltenen Erden und zum anderen um bestimmte seltene Metalle wie etwa Indium.

Des Weiteren gibt die vorliegende Studie Auskunft über mögliche, konkrete Knappheiten bestimmter Materialien bis zum Jahr 2030. Legt man die Jahresproduktion von 2006 zugrunde, so kommt man unter anderem zu dem Ergebnis, dass vor allem die recht seltenen Metalle Gallium und Indium weltweit zum Problem für die nachfragenden Industrien werden könnten. Der Bedarf, der allein von so genannten Emerging Technologies nachgefragt wird, dürfte nach Einschätzung der Experten der EU im Jahre 2030 bei Gallium etwa 4-mal so hoch liegen wie in 2006 produziert wurde. Bei Indium übersteigt die geschätzte Nachfrage in 2030 die aktuelle Produktion um das 3,3-fache. Bei Germanium liegt die Schätzung beim Faktor 2,2 und bei Neodym, einem Metall der Gruppe der Seltenen Erden bei 1,7.

Wie gesagt, es handelt sich darum lediglich um den Bedarf, den Technologien nachfragen werden, die gerade erst am Entstehen sind. Dabei handelt es sich beispielsweise um die Brennstoffzellen-Technologie, um Dünnschicht-Photovoltaik oder auch die Meerentsalzung.

Schaut man sich nun einmal die überwiegende Herkunft der als zukünftig knapp eingeschätzten Materialien an, so kommt man an China nicht vorbei. So werden zum Beispiel 97% aller Seltenen Erden in China gefördert. Bei Gallium sind es 75%, bei Germanium 71% und bei Magnesium 93%. Darüber hinaus stammt ein Großteil der Indium-, Graphit-, Antimon-, Beryllium- und Fluor-Importe aus dem Reich der Mitte. Dabei wurden jetzt nur die Materialien aufgezählt, die von der EU als strategisch wichtig und deren Beschaffung als akut bedroht eingestuft werden. Viele weitere Materialien stammen ebenso aus den unterschiedlichsten Ländern und Kontinenten und könnten Europa in Zukunft in arge wirtschaftliche Nöte bringen.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die Studie der EU zur Knappheit verschiedener Ressourcen in der Zeitspanne bis ins Jahr 2030 wie erwartet erschreckend ausgefallen ist. Diese zeigt klar die Achillesverse der europäischen High-Tech-Branche auf: die Grundstoffe sind nicht oder nicht ausreichend innerhalb der eigenen Grenzen vorhanden. Interessant wird es für Anleger aber erst dann, wenn Rohstoff-Unternehmen in Europa bei diesen einzelnen Rohstoffen fündig werden. Colt Resources ist beispielsweise eine solche Firma, die in Portugal ein aussichtsreiches Wolfram-Projekt besitzt. Sehen Sie sich in Zukunft vermehrt nach ähnlichen Unternehmen um, die jetzt bereits auf die Knappheit strategisch ungemein wichtiger Materialien setzen und in Zukunft vor allem in Europa von zwangsläufig steigenden Preisen profitieren werden.

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Das Zitat der Woche:

„In Zukunft wird die Hardware in China gefertigt, die Software kommt aus Indien, die Installation erfolgt durch Leiharbeiter aus Rumänien, die Abrechnung wird in Tschechien gemacht, und die Vorstandsgehälter sind wie in den USA.“- Ralf Heckmann, ehemaliger Siemens-Gesamtbetriebsrat zur Arbeitsplatzverlagerung ins Ausland.

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© Tim Roedel
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