MANAGEMENT INTERVIEW

15:21 | 19.11.2013
AGRARIUS: „Ergebnisse teilweise 50% über dem Durchschnitt“

Dank des noch moderaten Preisniveaus, der hervorragenden Bodenqualität und der günstigen klimatischen Bedingungen zählt Rumänien zu den attraktivsten Agrarregionen der Welt. Die AGRARIUS AG hat die Zeichen der Zeit frühzeitig erkannt und erweitert kontinuierlich ihre Anbauflächen. Bis 2016 will die Gesellschaft die bewirtschaftete Fläche auf rund 10.000 Hektar mehr als verdreifachen. Die Analysten von GBC erwarten deutliche Skaleneffekte und sehen den fairen Wert der AGRARIUS-Aktie bei 1,50 Euro – mehr als 50 Prozent über dem aktuellen Kurs.

financial.de sprach mit AGRARIUS-Vorstandschef Ottmar Lotz (Foto) über die bisher erzielten Fortschritte im Bereich Kosten und Produktivität, die Mittelverwendung der aktuellen Kapitalerhöhung sowie die mittelfristigen Ergebnisziele.

financial.de: Herr Lotz, die AGRARIUS AG bewirtschaftet unter Einsatz modernster Maschinen und GPS-Technik über 3.200 Hektar Ackerland in West-Rumänien (Banat). Warum haben Sie sich für diese Region entschieden?

Ottmar Lotz: Rumänien ist ein sehr attraktiver Agrarstandort mit 9,4 Millionen Hektar Ackerland. Aufgrund der Mitgliedschaft in der europäischen Union, damit einhergehender Rechtssicherheit, dem Grundbuch und der 100-Prozent-Eigentümerschaft von Ackerflächen, gepaart mit noch günstigen Preisen ergeben sich interessante Rahmenbedingungen. Weiterhin haben wir dort noch die Möglichkeit schnell zu wachsen und profitieren zudem von dem verhältnismäßig günstigen Preisniveau. Die Banater Region (Westrumänien) gehört sicherlich zu den ackerbaulich attraktivsten Regionen weltweit. Wir haben dort hervorragende Böden (Schwarzerde) und ein gutes Klima. Außerdem ist die Infrastruktur in dieser Region bestens ausgebaut und die wirtschaftliche Entwicklung besonders dynamisch. Das äußert sich unter anderem auch in einer sehr geringen Arbeitslosenquote.

Feldfinancial.de: AGRARIUS ist bereits seit 2009 in Rumänien aktiv. Welche Erfahrungen haben Sie in den vergangenen vier Jahren vor Ort gewonnen?

Lotz: Es ist sehr wichtig ein gutes lokales Netzwerk und ein vertrauenswürdiges Team mit professionellem Management aufzubauen. Beides haben wir inzwischen erreicht und mit unserem seit Oktober 2011 tätigen Country Manager Thomas Blanke einen erfahrenen Mann an Bord. Eine negative Erfahrung war sicherlich die schlechte Maisernte im vergangenen Jahr aufgrund der äußerst ungünstigen Wetterbedingungen. Unsere Lehren hieraus waren eine andere Gewichtung des Verhältnisses zwischen Winter- und Sommerkulturen, ein Änderung der Anbauflächen für Mais und weitere Absicherungen. Damit haben wir das Risiko für die Zukunft deutlich verringert, falls ein solches Wetterereignis nochmals auftreten sollte – wobei die Wahrscheinlichkeit hierfür bei unter einem Prozent liegt.

financial.de:Welche Fortschritte haben Sie im operativen Bereich erzielt?

Lotz: Wir haben u. a. ein modernes Netzwerk installiert und sämtliche Prozesse sowie die Buchhaltung IT-basierend implementiert. Weiterhin wurde die personelle Organisationstruktur optimiert. Im Rahmen dieser Anpassung haben wir uns auch von einigen Mitarbeitern getrennt, im Gegenzug sind auch neue – wie zum Beispiel ein Vermessungsingenieur – hinzugekommen.

financial.de: Wie schlagen sich diese Optimierungen auf der Kostenseite nieder?

Lotz: Im Rahmen unseres Kostenoptimierungsprogramms konnten wir Einsparungen in Höhe von rund 30 Prozent in den Bereichen Personal, Treibstoffverbrauch sowie Reparaturen und Ersatzteile gegenüber dem Vorjahr erzielen. Ausgehend von diesen ersten Erfolgen sind wir jedoch weiterhin sehr kostensensitiv und sehen noch Optimierungspotential für die Zukunft, zum Beispiel durch eine noch bessere Auslastung unserer modernen Maschinen durch Flächenerweiterung.

financial.de: Aktuell führen Sie eine Kapitalerhöhung um bis zu 10,065 Mio. Euro durch. Wie wollen Sie die eingeworbenen Mittel einsetzen?

Lotz: In erster Linie sollen die Mittel für die Flächenerweiterung auf 10.000 Hektar durch Betriebsübernahmen sowie Kauf und Pacht von Ackerland eingesetzt werden. Weiterhin möchten wir gerne ausreichende Liquidität für unser Feldinventar und Sondersituationen notleidender Betrieb vorhalten. Den verbleibenden Anteil haben wir für Investitionen in unseren Gemüseanbau, die Erweiterung unserer Wertschöpfungskette, Maschinen und Lagerkapazitätserweiterung vorgesehen.

financial.de: Welche Vorteile bietet Ihnen Ihr Netzwerk vor Ort bei der geplanten Expansion? Haben Sie schon mögliche Akquisitionstargets identifiziert?

Lotz: Mittels unseres Netzwerks bekommen wir aus verschiedenen Kanälen Informationen über mögliche Verkaufsangebote von Flächen und Betrieben. Das ist sehr nützlich und wichtig bei der Umsetzung unserer Pläne. Aber wir sind auch selbst aktiv und haben einen Mitarbeiter, welcher sich nur um Pacht, Kauf und damit Flächenerweiterung kümmert.

Geeignete Übernahmeziele haben wir bereits identifiziert und sind damit auch nach der Kapitalerhöhung handlungsfähig, um unsere Expansion gezielt voranzutreiben.

financial.de: Von der Flächenexpansion versprechen Sie sich deutliche Skaleneffekte. Können Sie uns hier konkrete Zahlen nennen?

Lotz: Wir haben das genau analysiert. Mit unserem derzeitigen Maschinenpark können wir rund 1.000 Hektar zusätzlich bearbeiten. Die Administrationskosten würden in diesem Fall schon um 66 Euro pro Hektar sinken, bei zusätzlichen 2.000 Hektar um rund 107 Euro pro Hektar usw., wobei mit zunehmender Fläche die Kurve natürlich flacher wird. Aber im Grunde genommen geht es darum, unsere Fixkosten auf mehr Hektar zu verteilen.

Den vollständigen Text können Sie hier herunterladen: INTERVIEW

Haftungsausschluss/Disclaimer: Das Interview wurde von financial.de im Auftrag und auf Veranlassung des Kunden geführt. Es dient ausschließlich zu Informationszwecken und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Die darin getroffenen Aussagen spiegeln die Meinung des Interviewten wider, die nicht notwendigerweise der Meinung der Redaktion entspricht. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen sowie für Vermögensschäden wird daher keinerlei Haftung übernommen.


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