MANAGEMENT INTERVIEW |
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13:09 | 10.11.2011
Mox Telecom AG: Mox Deals wertet Mutter deutlich auf
Die Mox Telecom AG, bisher dafür bekannt, Telefonkarten vornehmlich an Migranten über ein weltweites Distributorennetz zu verkaufen, hat sich mit Mox Deals ein weiteres Standbein geschaffen und steigt damit in den profitablen E-Commerce ein. Die Aktivitäten werden in einer eigenen Gesellschaft gebündelt. Mox Telecom plant, für diese Geschäfte den Mantel der derzeit inaktiven Mediasource AG zu übernehmen, die in Frankfurt im Open Market notiert. financial.de sprach mit Mox-Gründer Dr. Günter Schamel (Foto) über die Chancen in diesem Markt und die geplanten aktienrechtlichen Schritte, um bei Mox Deals zum Zuge zu kommen. financial.de: Herr Dr. Schamel, warum wollen Sie sich mit Mox Telecom in den E-Commerce-Bereich diversifizieren? Schamel: Die Grundidee ist einfach: Wir wollen das Riesenpotenzial unserer weltweit über 17 Mio. Kunden einfach noch besser nutzen: Migranten mit klarem Bedarf an länderübergreifenden Dienstleistungen. Mit Mox Deals runden wir unser Produktportfolio in Richtung unserer Zielgruppen weiter ab. Aus dem selben Grund haben wir übrigens auch unser Produktportfolio um die Mox Prepaid MasterCard erweitert und ergänzen es nun um den E-Commerce-Bereich. Zum einen sind da natürlich die äußerst attraktiven Margen, die im Couponing-Geschäft zu erzielen sind, und die Nachfrage nach solchen Deals. financial.de: Mox Telecom legt ja bei der Übernahme der Mediasource AG – künftig möglicherweise Mox Deals AG – ein ganz erhebliches Tempo vor. Können Sie unseren Lesern bitte das Geschäftsmodell erklären?
financial.de: Mox will ihren großen Kundenstamm ins neue Geschäft der Mox Deals AG einbringen. Was macht diesen so wertvoll für das E-Commerce-Geschäfte? Schamel: Wir haben bereits bestehende, aktive Kundenbeziehungen. Das heißt, diese Kunden sind bereits Mox-Kunden und kennen unsere hohe Produktqualität und die Professionalität unserer Dienstleistungen. Aufgrund ihres Telefonieverhaltens wissen wir einiges über unsere Kunden, beispielsweise das Herkunftsland. Von diesen Kunden haben wir in den allermeisten Fällen auch die Mobilfunknummer, womit wir sie gezielt und direkt per SMS ansprechen können. Ein Schwerpunkt liegt daher im Direktvertrieb und Direktmarketing. Wir bevorzugen eine gezielte Ansprache und wollen nicht mit der „Gießkanne“ bei unseren potenziellen Kundenkreisen werben. financial.de: Warum soll sich die neue Mox Deals nur auf ethnische Zielgruppen konzentrieren, Couponing ist doch nicht nur für Migranten interessant? Schamel: Die von Mox Deals angebotenen Deals können und dürfen natürlich von jedem erworben werden. Wir gehen auch davon aus, dass wir aufgrund der attraktiven Angebote nicht nur die angestammte Zielgruppe ansprechen, sondern zudem neue Zielgruppen erschließen werden. financial.de: Welchen Einfluss haben die angestrebten Vertriebskanäle auf die Marge? Schamel: Wie bereits erwähnt, sind im Couponing-Markt auf Basis unseres Geschäftsmodells attraktivere Margen als in der Telefonie zu erzielen. Margenmäßig bleibt genügend Raum, um dort, wo es Sinn macht, sich Multiplikatoren zu bedienen. Auch bei der Annahme, dass ein Teil der Rohmarge beim Großhandel hängen bleibt, würden wir noch immer deutlich höhere Margen als in der Telefonie erzielen. financial.de: Zur Kapitalausstattung: Die jetzigen Großaktionäre der Mediasource AG sollen nicht nur 600.000 Euro neues Kapital einbringen, sondern sich auch einer mehr als einjährigen Lock-up-Frist unterwerfen. Wie soll das funktionieren? Schamel: Die Lock-up-Vereinbarung der bisherigen Hauptaktionäre ist als Zeichen eines nachhaltigen Investments in die Mox Deals AG für uns sehr wichtig. Die Bereitschaft der Großaktionäre erfolgt nicht nur in Form einer Absichtserklärung, sondern wird zwischen den Aktionären und der Gesellschaft verbindlich durch einen Vertrag geregelt.
financial.de: Warum nutzen Sie einen Börsenmantel, um Mox Deals zu etablieren? Schamel: Durch die Übernahme des Börsenmantels haben wir viel Zeit und Kosten gespart. Dadurch, dass wir technisch sehr gut ausgestattet sind und unsere Vertriebsstrukturen stehen, können wir quasi direkt an den Start gehen. Der Weg über Eigengründung und IPO hätte höhere Kosten und eine Verzögerung von 6 bis 8 Monaten bedeutet. Warum sollen wir so viel Zeit verstreichen lassen, wo wir doch sofort beginnen können? financial.de: Ist die Mediasource AG nicht von einem De-Listing-Verfahren als Mitglied des Open Markets bedroht? Schamel: Ganz klar: Nein! Unabhängig vom Eigenkapital greift das Delisting-Verfahren nicht für solche Gesellschaften, die einen Wertpapierprospekt vorgelegt haben. Das hat die Mediasource AG bereits Anfang 2000 gemacht. financial.de: 400 Deals hat die operative Einheit Mox Deals FZ-LLC in Dubai akquirieren können. Können Sie bitte einige Beispiel nennen? Schamel: 400, die Zahl ist bereits überholt – mittlerweile haben wir über 600 Deals unter Vertrag. Für Mox Deals konnten wir eine attraktive Mischung an Deals akquirieren. So können die Kunden beispielsweise einen Helikopterflug über Dubai oder eine Wüstensafari erwerben. Der Kunde zahlt dafür im Durchschnitt nur die Hälfte des tatsächlichen Preises. Ergänzt werden diese exklusiveren Deals aber auch durch „alltäglichere“ Angebote. So werden beispielsweise den Kunden Hotelgutscheine für Hotelübernachtungen oder Gutscheine bestimmter Restaurants für ein Drei-Gänge-Menü angeboten. Auch bei diesen Deals spart der Kunde im Durchschnitt 50 Prozent des ursprünglichen Preises. financial.de: Mit welchem Prozentsatz wird Mox nach Einbringung der Sacheinlage an Mox Deals beteiligt sein? Schamel: Die Mox Telecom plant nach Übernahme des Börsenmantels und Umfirmierung 90 Prozent der Anteil an der Mox Deals AG zu halten. financial.de: Wer wird bei der neuen Mox Deals AG den Vorstand und den Aufsichtsrat stellen? Schamel: Der Aufsichtsrat der Mox Deals AG wird durch die Herren Kranz, Piepenbrock und Friedrich gestellt. Alle drei sind bereits bekannt, da sie auch den Aufsichtsrat der Mox Telecom AG bilden. Auch der Vorstand der Mox Deals AG wird mit Vorständen der Mox Telecom AG besetzt.
financial.de: Mox Deals soll in den nächsten 3 Jahren einen Umsatz zwischen 8 und 10 Mio. Euro pro Jahr erzielen. Ist das vorsichtig genug kalkuliert? Schamel: Groupon erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 313 Millionen USD und wird in 2011 den Umsatz auf voraussichtlich USD 1,6 Milliarden steigern. Gerade erst konnte Groupon den viel kritisierten Börsengang mit 20 USD je Aktie und damit deutlich über dem geplanten Ausgabepreis von 16 bis 18 USD platzieren. Das Unternehmen wird also mit fast 12 Milliarden USD bewertet. Die deutsche Daily Deals GmbH, übrigens vor wenigen Tagen von Google für 114 Mio. USD in Cash und weiterer Earn-Out-Komponenten übernommen, rechnet für 2011 mit einem Umsatz von ca. 50 bis 60 Millionen Euro alleine in Deutschland. Daher denken wir, dass unsere Planungen für Mox Deals sehr konservativ sind, denn die erwarteten weltweiten Umsätze machen nur einen Bruchteil der von Daily Deal und Groupon realisierten Erlöse aus. financial.de: Welche Marktkapitalisierung hat die Mediasource AG, also die spätere Mox Deals AG, heute? Schamel: Die Mediasource AG hat heute eine Marktkapitalisierung von ungefähr 1,5 Mio. Euro. 600.000 neue Aktien werden im Verhältnis 1:1 zu einem Bezugspreis von 1 Euro ausgegeben. Nach der Barkapitalerhöhung, erfolgt eine Sachkapitalerhöhung von ca. 15 bis 17 Mio. Euro unter Ausgabe von 10,8 Mio. Aktien. Der zukünftige Wert ist allerdings davon abhängig, zu welchem endgültigem Ergebnis der beauftragte Prüfer bei der Bewertung der Sacheinlage kommt. Es könnte sich rein rechnerisch eine Marktkapitalisierung in einer Größenordnung zwischen 18 und 20 Mio. Euro ergeben. Die Barkapitalerhöhung wird übrigens in Erwartung eines positiven Votums unmittelbar nach der Hauptversammlung am 5. Dezember 2011 durchgeführt. financial.de: Dann wird die 90-prozentige Tochter ja eine ähnlich hohe Marktkapitalisierung wie Mox Telecom haben. Schamel: Wenn die Annahmen so eintreten, dann ist in der Tat die Market-Cap der Mox Deals AG nicht mehr weit entfernt von der der Mox Telecom AG. Mox ist derzeit mit ca. 24 Mio. Euro sehr günstig bewertet. Close Brothers Seydler sieht im letzten Research nicht ohne Grund ein enormes Nachholpotenzial für die Mox-Telecom-Aktie. Unsere Erwartung ist zudem – bei positivem Verlauf des Deals-Business – dass das einen nachhaltigen Einfluss auch auf den Kurs der Mox Telecom hat. financial.de: Bis zu welchem Zeitpunkt muss man spätestens Aktionär bei der Mediasource AG sein, um ein Bezugsrecht ausüben zu können? Schamel: Bis wenige Tage vor Beginn der Bezugsfirst können Aktien der Mediasource AG erworben werden, die dann bei der Barkapitalerhöhung Berücksichtigung finden. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass wir weder empfehlen noch abraten, in die Aktie der Mediasource AG zu investieren. Schlussendlich muss jeder interessierte Anleger nach eigener Risikoneigung für sich entscheiden, ob er in einen im Freiverkehr gelisteten Nebenwert investieren möchte oder nicht. Man sollte sich immer bewusst sein, dass die Aktie der Mediasource AG aufgrund des geringen Free-floats von ca. 150.000 Aktien ein sehr marktenges Papier ist. financial.de: Wie sehen die nächsten Schritte bis zur Übernahme der Mediasource AG aus? Schamel: Die erste außerordentliche Hauptversammlung am 31. Oktober 2011 hat die letzten Grundvoraussetzungen für einen lupenreinen, „sauberen“ Börsenmantels geschaffen. Die Beschlüsse sind mit überwältigender Mehrheit getroffen worden. Wir würden uns sehr freuen, wenn die nächste Hauptversammlung am 5. Dezember ebenso positiv verläuft und die Aktionäre die Voraussetzung für die neue und vielversprechende Zukunft der Mediasource AG schaffen würden. Wir hoffen also auf die Zustimmung zur Barkapital- und Sachkapitalerhöhung sowie zur Umfirmierung und Wahl des neuen Aufsichtsrats. financial.de: Herr Dr. Schamel, vielen Dank für das Interview. Das komplette Interview können Sie hier auch als PDF herunterladen. |
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Schamel: Mox Deals ist eine Online-Plattform, auf der verschiedene Händler unseren Kunden ihre Services, Dienstleistungen oder Produkte als sogenannte „Deals“ zu Vorzugskonditionen anbieten können. In der Regel erhält der Käufer eines bestimmten Produkts oder einer bestimmten Dienstleistung diese zu einem deutlich geringeren Preis. Beworben werden die Deals per SMS oder E-Mail, aber auch „offline“ direkt am POS. Die Grundlage bilden dabei unser Kundenstamm und die angestammte Zielgruppe. Anders als bei vergleichbaren Anbietern können wir so unsere Angebote auf bestimmte Zielländer abstimmen und uns so abgrenzen. Um beide Seiten stärker an uns zu binden, werden die Händler in den Verkaufsprozess integriert. Für den Endkunden wird ein Bonusmodell eingeführt.









