MANAGEMENT INTERVIEW

8:30 | 23.11.2011
Softing AG: Gute Chancen für ein weiteres Rekordjahr

Das hat selbst eingefleischte Softing-Kenner überrascht: Im dritten Quartal hat der Hard- und Softwarehersteller für Automatisierungstechnik im Premiumbereich das EBIT mehr als vervierfacht. Und auch in den letzten Monaten des Jahres geht das Wachstum weiter, so dass CEO Dr. Wolfgang Trier seine Aktionäre mit einer Prognoseanhebung für das laufende Jahr begeistern konnte. Auch für 2012 sind neue Rekordwerte zu erwarten, denn in den vergangenen Monaten sind vielversprechende Produkte am Markt eingeführt worden.

financial.de hat mit dem Großaktionär und CEO Dr. Wolfgang Trier die Hintergründe der positiven Entwicklung beleuchtet.

financial.de: Herr Dr. Trier, die Geschäfte laufen wie geschmiert. Wie ist das zu erklären?

Dr. Wolfgang Trier: Das ist für uns keine Überraschung, sondern folgt aus der systematischen Umsetzung unseres bisherigen Kurses. Dies entspricht auch allem, was wir in den letzten zwölf Monaten angekündigt haben. Es galt und gilt die Devise, dass geliefert wird, was versprochen wurde.

trierfinancial.de: Im Segment Automotive Electronics konnten Sie das Ergebnis in den ersten neun Monaten mehr als versiebzehnfachen. Wie kommt es zu einer so beeindruckenden Performance?

Dr. Wolfgang Trier: Mit den Faktoren muss man hier vorsichtig sein. Hier kann man von der Magie der kleinen Zahlen sprechen, denn dieses Segment war in den letzten Jahren in Bezug auf die Rendite Underperformer. Nun aber stehen wir in der Tat nach kurzer Neupositionierung sehr gut da. Dafür haben wir auf unrentables Geschäft verzichtet, Produkte mit hohem Alleinstellungspotenzial marktgerecht neu bepreist und neue Produkte an den Markt gebracht. Das alles führt zu einem Umsatz- und Margensprung, der nicht mehr zu übersehen ist.

financial.de: Geht in diesem Bereich das Ertragswachstum mit den beiden neuen Großaufträgen von Porsche und Daimler so weiter?

Dr. Wolfgang Trier: Auf der erreichten Basis ist es zunächst eine Herausforderung, die hervorragende Ertragsqualität zu halten. Tatsächlich aber wollen wir das Volumen im nächsten Jahr ausbauen. Dazu tragen auch, aber nicht nur die genannten langfristigen Kundenbeziehungen bei.

financial.de: Was können Sie tun, um auch im Segment Industrial Automation die EBIT-Marge, die derzeit bei rund 6,5 Prozent liegt, ebenfalls deutlich anzuheben?

Dr. Wolfgang Trier: Im Segment Industrial Automation fahren wir seit zwei Jahren eine Wachstumsstrategie. Dabei geben wir einem nachhaltigen, zweistelligen Wachstum Priorität vor allen anderen Kenngrößen. Dieses erreichen wir durch einen ehrgeizigen Ausbau des Produktportfolios, natürlich unter Inkaufnahme zeitweise überproportionaler und nur teilweise aktivierter Entwicklungskosten.

Wir wollen parallel zum Volumenausbau in den nächsten Jahren auch die EBIT-Marge, unsere primären Messgröße, schrittweise vom heutigen auf ein zweistelliges Niveau erhöhen.

financial.de: Wer sind hier die größten Kunden?

Dr. Wolfgang Trier: Große und strategisch relevante Umsätze bewegen wir mit Unternehmen wie ABB, Siemens, General Electric, Emerson Process, Kongsberg, InduSol etc., um hier ohne Priorisierung nur einige bekannte Namen zu nennen. Wichtig ist uns jedoch, dass wir in den letzten fünf Jahren die Abhängigkeit von den drei größten Einzelkunden durch Verbreiterung und Wachstum des Geschäfts deutlich reduzieren konnten. Wir sind heute, ohne Einbußen bei unseren Top-Kunden, sehr viel breiter verankert. Dies haben wir durch den Zukauf und den Ausbau von Tochtergesellschaften wie der Softing Industrial Networks in Nürnberg, der Softing Italia in Mailand oder der Buxbaum Automation in Wien auch regional systematisch vorangetrieben.

financial.de: Der Auftragseingang ist in den ersten neun Monaten um 34 Prozent gestiegen. Was erwarten Sie vom vierten Quartal?

Dr. Wolfgang Trier: Ich gehe davon aus, dass wir mit ähnlich guten Auftragseingängen aus dem laufenden vierten Quartal herausgehen werden. Die Geschäfte laufen weiter gut.

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financial.de: Was macht Sie so zuversichtlich, dass Sie in 2012 mit einem Umsatz von mehr als 40 Mio. Euro einen Firmenrekord aufstellen können?

Dr. Wolfgang Trier: Die genauen Planzahlen werden erst im Dezember verfügbar sein. Die Chancen für ein weiteres Rekordjahr schätze ich jedoch als gut ein, da wir das Potenzial im etablierten Geschäft noch lange nicht ausgereizt haben. Mittel- und langfristig gibt unser Markt für beide Segmente ohne weiteres ein rentables Umsatzpotenzial von weit mehr als 100 Mio. Euro jährlich her. Wir wollen uns Jahr für Jahr in diese Regionen vorarbeiten.

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