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8:26 | 28.05.2021
Brennstoffzellen-Spezialist SFC Energy AG: „Zu Unrecht in Sippenhaft“

Mit einem operativen Gewinnsprung und dem stärkstem Jahresauftakt der Unternehmensgeschichte ist die SFC Energy AG erfolgreich ins Geschäftsjahr 2021 gestartet. „Wir sehen ein starkes Momentum und eine hohe Nachfrage nach Brennstoffzellenlösungen auf allen wichtigen Abnehmermärkten“, erläutert SFC-Vorstandschef Dr. Peter Podesser und ergänzt: „Brennstoffzellen sind eine Schlüsseltechnologie für eine erfolgreiche Finalisierung der Energiewende und damit zur Erreichung der Klimaziele.“ Als Brennstoffzellen-Pionier mit mehr als 20 Jahren Erfahrung und rund 50.000 verkauften Einheiten sieht er einen klaren Wettbewerbsvorteil für SFC. Bei der Aktienkursentwicklung werde SFC zu Unrecht in Sippenhaft genommen.

Financial.de sprach mit SFC-Energy-CEO Dr. Podesser (Foto unten) über den Boom im Camping-Sektor, die Vorteile von Brennstoffzellen gegenüber Dieselgeneratoren, die Kooperation mit Toyota Tsusho in Asien, die neue Prognose 2021 und das mittelfristige Umsatzziel von 350 bis 400 Mio. Euro.

Financial.de: Herr Dr. Podesser, SFC Energy meldet das beste Startquartal der Unternehmensgeschichte und ist somit erfolgreich ins Jahr 2021 gestartet. Woher kamen die positiven Impulse?

Dr. Peter Podesser: Wir verfügen derzeit über ein starkes Momentum und sehen eine hohe Nachfrage nach Brennstoffzellenlösungen auf allen wichtigen Abnehmermärkten. Entsprechend speist sich die anhaltende Dynamik aus beiden Segmenten: Clean Energy und CleanPower Management. Die aktuelle Ergebnisentwicklung zeigt zudem, dass wir den Härtetest der Corona-Pandemie erfolgreich gemeistert und mit unserem Effizienzprogramm „Fit für die Zukunft“ die richtigen strategischen Weichenstellungen vorgenommen haben. Dabei haben der Ausbau unseres Partnernetzwerks und die Beschleunigung der digitalen Transformation ebenso einen wichtigen Beitrag geleistet wie die Intensivierung unserer Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten. Nun ernten wir die Früchte unserer Arbeit.

PPFinancial.de: SFC konnte das bereinigte EBITDA im ersten Quartal 2021 von 0,8 Mio. Euro im Vorjahr auf nun 2,3 Mio. Euro annähernd verdreifachen. Welche Rolle spielte das Endkundengeschäft für den erfolgreichen Jahresauftakt?

Dr. Podesser: In den ersten drei Monaten 2021 haben wir 586 Brennstoffzellen für Anwendungen im Reisemobil- und Marinebereich ausgeliefert nach 329 im Vorjahresquartal. Das ist ein Plus von 78 Prozent. Stark war vor allem das Inlandsgeschäft, aber auch der skandinavische und nordamerikanische Markt war von einer besonders hohen Dynamik geprägt. Das Ergebnis ist der stärkste Jahresauftakt der vergangenen Jahre. Verstärkend kam hinzu, dass wir mit der fünften Generation der EFOY-Brennstoffzelle ein noch leistungsstärkeres Aggregat für unsere Kunden im Bereich von Reisemobilen, Freizeitbooten und Tiny Houses im September 2020 vorgestellt haben.

Im Endkundengeschäft setzen wir auf einen nachhaltigen Tourismus-Trend, der zeitweise durch das Corona-Umfeld noch verstärkt worden ist. Immer mehr Kunden entdecken Caravaning-Trips für sich. Die Neuzulassungen von Freizeitfahrzeugen stiegen laut Caravaning Industrie Verband (CIVD) im ersten Quartal um 12,6 Prozent. Mit der EFOY Brennstoffzelle vergrößern wir das Gefühl von Unabhängigkeit während eines Wohnmobil-Trips, da Kunden nicht mehr auf das konventionelle Stromnetz für die Energieversorgung des Fahrzeugs angewiesen sind. Das kommt in der Community unheimlich gut an.

Financial.de: Wie sieht es denn im Geschäft mit industriellen Kunden aus?

Dr. Podesser: Ebenfalls sehr gut. Zur Erreichung der Klimaschutzziele müssen wir uns alle Gedanken machen, wie wir eine nachhaltige und umweltfreundliche Energieversorgung aufbauen können. Diese Fragen müssen sich auch unsere professionellen Anwender stellen. Das tun sie auch. Und wir helfen ihnen dabei, ihren CO2-Footprint zu reduzieren und leisten einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung industrieller Anwendungen.  Eine hohe Nachfrage spüren wir aktuell nicht nur in Europa und Asien, sondern zunehmend auch in Kanada und den USA. So gesehen können wir an die Dynamik des ersten Quartals anknüpfen. So soll es weitergehen.

Financial.de: War diese Dynamik auch der Grund für die Aktualisierung Ihrer Gesamtjahresprognose?

Dr. Podesser: Die Konkretisierung der Ergebnisprognosen auf die obere Hälfte der bislang ausgegebenen Größenordnungen ist einerseits eine Folge der wesentlich über den Erwartungen liegenden Ergebniszahlen des ersten Quartals, andererseits lässt uns die bereits angesprochene hohe Nachfrage in beiden Segmenten zuversichtlich auf den weiteren Jahresverlauf blicken. Entsprechend erwarten wir beim bereinigten EBITDA nun eine Steigerung auf 4,75 bis 6,0 Mio. Euro und beim bereinigten EBIT eine Verbesserung auf 0,35 bis 1,6 Mio. Euro.

Financial.de: Die guten Zahlen spiegeln sich dennoch nicht im Aktienkurs wider. Die SFC-Aktie hat gegenüber dem Mitte Februar erreichten Jahreshoch bei 33,90 Euro gut ein Drittel an Kurswert eingebüßt. Wie passt das zusammen?

Dr. Podesser: Wir erleben in den vergangenen Wochen ein schwaches und von Unsicherheit gekennzeichnetes Makro-Umfeld und eine Korrektur an den Aktienmärkten, speziell bei den Hightech-Aktien. Besonders stark betroffen davon war der Wasserstoffsektor, in dem viele Werte mehr als 50 Prozent vom Hoch korrigiert haben. Ich habe den Eindruck, dass unser Wert in dieser börsianischen Großwetterlage zu Unrecht in Sippenhaft genommen wird. Klar ist, wir sind operativ profitabel, liefern nicht nur Ideen, sondern Ergebnisse und wachsen kraftvoll. Dabei sind wir in der Lage, im industriellen Maßstab zu fertigen und zu liefern. Unsere Quartalszahlen unterstreichen das deutlich.

Financial.de: Mit mehr als 50.000 verkauften Wasserstoff- und Direktmethanol-Brennstoffzellen zählt SFC zu den führenden Anbietern mit der weltweit größten installierten Basis. Spielt Ihnen das jetzt in die Karten?

Dr. Podesser: Ja, die Aufmerksamkeit für Brennstoffzellen als leistungsstarke, umweltfreundliche und dezentrale Stromquelle steigt dynamisch. Als Brennstoffzellen-Pionier verfügen wir hier über einen klaren Wettbewerbsvorteil von mehr als 20 Jahren Erfahrung. Die Einsatzmöglichkeiten der Brennstoffzelle sind nahezu grenzenlos, entsprechend speist sich die hohe Nachfrage nach unseren Wasserstoff- und Methanol-Brennstoffzellen regional und in ihren Endmärkten aus vielen Quellen. Wir haben in den vergangenen zehn Jahren weltweit konsequent Marktzugänge aufgebaut. Der Zielmarkt ist klar – ein rasant wachsender Markt im Bereich des Austauschs von konventionellen Diesel-Generatoren durch umweltfreundliche Brennstoffzellen.

Das vollständige Interview können Sie hier lesen: SFC Energy AG

Haftungsausschluss/Disclaimer: Das Interview wurde von Financial.de im Auftrag und auf Veranlassung des Kunden geführt. Es dient ausschließlich zu Informationszwecken und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Die darin getroffenen Aussagen spiegeln die Meinung des Interviewten wider, die nicht notwendigerweise der Meinung der Redaktion entspricht. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen sowie für Vermögensschäden wird daher keinerlei Haftung übernommen.

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